Monday, 24. march 2008 1 24 /03 /März /2008 23:14
Weil sie es können? Eigentlich kann man hier keine Verallgemeinerung treffen, und insbesondere der Satz: was er nicht zuhause bekommt, holt er sich woanders, stimmt so nicht unbedingt. Männer betrügen ihre Partnerinnen auch wenn sie schön, gepflegt, liebenswert und anschmiegsam sind. Sie tun es, wenn sie jünger ist, gleichaltrig oder älter. Sie tun es, wenn sie eine Xanthippe ist, und wenn sie ein liebevoller Engel ist. Psychologen sind schon lange auf der Spur der Gründe, warum es zum Betrug kommt, und ihre Antworten sind so vielfältig wie die Gründe selbst. Manche behaupten, Männer (und Frauen) könnten einfach nicht monogam sein, andere sind ein bisschen differenzierter. So scheint es eher zum Betrug zu kommen, wenn ein Mann erfolgreich und wohlhabend ist. Natürlich betrügen arme Männer ebenfalls - aber wer mehr Geld hat, hat auch mehr Gelegenheit - und mehr Angebote. Auch ein beruflicher Aufstieg kann ein Auslöser sein, der Mann muss sich in der neuen Position und dem veränderten beruflichen Umfeld zurecht finden, und findet bei seiner Frau vielleicht kein offenes Ohr. Auch ein Kind kann, unfair wie es klingt, ein Auslöser sein. Die junge Mutter widmet ihre Zeit, ihre Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit primär dem neuen Erdenbürger - der Mann fühlt sich vernachlässigt. Auch Gelegenheit macht Seitensprung: durch die neuen Möglichkeiten im Internet, Bekanntschaften und Kontakte für unkomplizierten Sex zu knüpfen, fühlen sich Männer auf der sicheren Seite. So ein Flirt im Sex Cam Chat ist für sie kein eigentlicher Betrug, und der Schritt zu mehr ist dann nicht mehr weit.
von Liebesgott
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Saturday, 9. february 2008 6 09 /02 /Feb. /2008 23:39

Eine der besten Geschichten zum Thema weibliche Schönheit war der Text eines amerikanischen Schriftstellers, an dessen Namen ich mich leider nicht mehr erinnern kann. Er erzählte die Geschichte eines balinesischen Mannes, seines Freundes, der auf Brautschau war. In Bali war es zu der beschriebenen Zeit üblich, für eine künftige Braut einen Brautpreis zu bezahlen, üblich waren wohl zwischen zwei und fünf Ziegen, je nach Wert – in diesem Fall Schönheit – der Braut. Unser Autor ist überrascht als er erfährt, dass sein Freund nicht nur den horrenden Preis von fünfzehn Ziegen gezahlt, sondern diesen für das unscheinbarste Mädchen des Dorfes ausgegeben hat. Für ein Mädchen, das sich nicht einmal die Hoffnung machen durfte, dass für sie auch nur eine einzige Ziege aufgebracht werden würde. Er befragt seinen Freund dahingehend, doch dieser lächelt nur und lädt ihn in das Haus seiner zukünftigen Braut ein. Als das Mädchen den Gästen die Getränke bringt, staunt unser Autor: sie hat eine solche Ausstrahlung an Stolz, Freude und Sicherheit gewonnen, dass von sie innen leuchtet, und ihm nun als das schönste Mädchen der Insel erscheint, dass den Brautpreis nicht nur rechtfertigt, sondern billig wirken lässt.

Zwei Lehren ziehe ich aus der Geschichte. Erstens  die offensichtliche, nämlich das Schönheit eine Frage der Ausstrahlung ist. Zweitens: Schönheit ist auch eine Frage der Wertschätzung. Die Schönheit, die uns umgibt, ist eine Frage des Hinsehens, des Wahrnehmens und der bewussten Auseinandersetzung. Und das gilt nicht nur für die Schönheit der Menschen, mit denen wir leben.

von Liebesgott
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Sunday, 20. january 2008 7 20 /01 /Jan. /2008 13:48
Die von mir sehr geschätzte Autorin Ildiko von Kürthy hat auf der Brigitte Homepage ihre Ansichten und Beobachtungen über manche menschliche Beziehungen veröffentlicht. Dort hielt sie fest, das viele Menschen beieinander bleiben, obwohl die Beziehung (scheinbar) langweilig und unbefriedigend geworden ist. 
Müssen Beziehungen  Unterhaltung  und Befriedigung liefern, um ihr  Fortbestehen zu rechtfertigen? Bleiben Menschen wirklich in Beziehungen, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben oder zu bequem um sich zu trennen?

Ich denke, dass eine Beziehung zwischen zwei Menschen sehr vielschichtig ist, und aus mehr besteht oder bestehen sollte, als die Befriedigung von Bedürfnissen. Clarissa Estes, eine von mir ebenfalls hochgeschätzte Autorin und Psychoanalytikerin, hat es so formuliert: „Wenn zwei Liebende auf forcierten Frohsinn bestehen, einem permanenten Disneyland der Liebe, wenn sie auf sexuellem Feuerwerk bestehen oder ewiger Eintracht, ohne jede Zwiespältigkeit und Mühe, dann wird die Leben/Tod/Leben-Natur (die zyklische Wesenheit aller Erscheinungen) ein ums andere Mal vom Felsvorsprung in die Tiefe gestoßen“ laut Estes finden sich Paare, die alles Traurige, alles Negative und Unintensive in ihrer Beziehung ablehnen, eines Tages in einer versteinerten Beziehung wieder. Und dieses Verhalten führt zum Todesstoß für die Liebe. Langeweile, Streit und Unbefriedigung gehören zu einer Beziehung, genau wie Freude, Eintracht und Zufriedenheit. Wer das nicht einsieht, und geht, wenn es anfängt schwierig zu werden, wird sein Leben damit vergeuden, etwas zu suchen, was es nicht gibt. Und damit die Chance auf eine wirklich tiefe Beziehung und Glück versäumen.

von Liebesgott
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